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Montag, 18. August 2014

Feueralarm

Wenn es an meine Ohren dringt, wirken die Worte wie Sirenen bei Feueralarm.
Kennt noch jemand Feueralarm, hier in Deutschland? Nein?
Vielleicht liegt es daran, an diesem Sichnichtmehrerinnern, daß sich nichts und niemand rührt. Wenn das geschieht.
Wenn es geschieht, und es geschieht ohne Unterlaß,
daß man auf unseren Straßen und Schulhöfen, in unseren Medien und Häusern
Juden mit Nazis vergleicht. Gaza als Ghetto bezeichnet, als Freiluftgefängnis oder gar als KZ.

Wer so etwas sagt, trifft ins Schwarze.
Ins Schwarze des Bösen - und sprüht Böses aus.

Es ist nicht Gedankenlosigkeit. Es ist nicht mangelnde Vorstellungskraft. Es ist nicht, wonach es klingt, pure Dummheit und grandiose Unbildung. Oder auch nur schiere Mißgunst.

Es ist böse. Es ist die Fortsetzung des Dritten Reiches mit anderen Mitteln.
Es ist reiner Judenhaß.
Täglich, mitten in Deutschland.

Und überall auf der Welt.

Ohne Gegenwehr.... ohne Gegenwehr.

Außer in Israel.

Donnerstag, 14. August 2014

Blockaden

Die Hamas fordert gemeinsam mit der arabischen Welt (ausgenommen Ägypten, eigentlich auch schon ausgenommen Saudi-Arabien, Jordanien), und gemeinsam mit EU und UNO, mit jedem aufrechten Deutschen: die Aufhebung der Blockade des Gaza-Streifens. - Ist das eine Denkblockade?

2005 zieht Israel komplett aus Gaza ab, hinterläßt bewußt mehr als 5000 funktionierende Gewächshäuser, dazu Infrastruktur, Gebäudebestand etc.; die Grenzen nach Israel bleiben weitgehend offen. Israel gönnt es Gaza. Gönnt es den Arabern. Israel hofft. Gaza ist in der Pole-Position, Singapur am Mittelmeer zu werden.
Gaza entscheidet anders: Judenhaß vom Feinsten, Selbstmordattentäter, täglicher Terror, Hamas-Wahl (70%).
Israel schließt also die Grenze, versorgt die Terrorwähler aber weiter mit Strom, Wasser, Baumaterial, Lebensmitteln, Medikamenten etc., behandelt Tausende Gazaner, oft gratis, in israelischen Kliniken. Waffen, alles Übrige holen sich die Gazaner über Schmugglertunnel aus Ägypten, das seine Grenze (genau wie Israel) geschlossen hat. Und die Hamasiten, die über Terror und Tunnel befehlen - werden über die Jahre stinkreich.

Hamas: Uhhhh! Israel sperrt uns ein! Die Welt muß helfen, die böse Blockade zu brechen!

Die Welt hilft Hamas.
Die Welt schimpft mit Israel, eine Resolution jagt die nächste: Du Böser! Du ganz, ganz Böser! Wie kannst du so böse sein?
Die Welt vergißt zu sagen: Hamas?!?! Jetzt hörst du aber erst einmal auf mit dem Angstmachen, den Morden, Raketen, Entführungen und Tunneln! Laß Israel einfach in Ruhe! Dann wird er dir nichts tun. Nein, die Welt vergißt ja nicht wirklich. Sie will nur auch gern gegen Israel sein.

Der DGB blockiert offener. Er sagt: Wie bitte, du verstehst Israel?! Pfui über dich! Wir stehen hier auf Heiligem Deutschen Gedenkstätten-Boden! - Also, da kannst du als Israelversteher leider nicht bei uns sein.

****

Anmerkung: Die Welt dreht sich schneller, als sich der DGB (oder die deutsche Gesellschaft oder die deutsche Regierung) womöglich vorstellen können. Inzwischen sind auch arabische Länder nicht mehr unbedingt Unterstützer der Hamas. Sondern eher (vorsichtige) Unterstützer Israels.
Nur noch Hamas, Iran, Katar, Türkei bilden eine Front. Manche anderen sind inzwischen froh, daß es Israel als konsensorientierten, starken, verläßlichen Akteur gibt. Ein seltenes Phänomen in der Weltgegend.

Dienstag, 12. August 2014

Aber die Siedlungen II

1. Israel existiert auf jüdischem Land, ab biblischer Zeit (1000 v.Chr. ff.) gab es genau hier für lange Jahrhunderte einen jüdischen Staat, unter den Römern wurde es jüdische Provinz. Quasi jeder Stein im Land erzählt jüdisch-biblische Geschichte. Jerusalem wurde zu König Davids Zeiten jüdische Hauptstadt und auch zum (einzigen) religiösen Zentrum des Judentums. Mehr als 1000 Jahre später, nach der Vertreibung des jüdischen Volkes aus dem Land durch die Römer blieben ohne Unterbrechung weitere 2000 Jahre immer jüdische Gemeinden im Land (wie auch Millionen Juden im gesamten Nahen Osten).

2. Die große jüdische Wiedereinwanderung begann im 19. Jahrhundert (als Reaktion auf Pogrome in  Osteuropa). Der Landstrich gehörte damals zum Osmanischen Reich und war dünn besiedelt. Arabische Großgrundbesitzer aus Cairo und Beirut, auch regionale Clans verkauften Land an Juden. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Jerusalem wieder eine mehrheitlich jüdische Bevölkerung. Die zionistische Bewegung am Ausgang des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts kaufte noch mehr Land von Arabern, vermehrt auch unfruchtbares (Sumpf, Steppe, Wüste), um es zu kultivieren. Alte biblische Städte - "Siedlungen" - wurden überall im Land wiedergegründet.

3. 1920 legte der Völkerbund, der das Erbe des besiegten Osmanischen Reiches verwalten mußte, fest, daß sich Juden in dem damals riesigen Palästina (heute Jordanien, PA, Israel) ansiedeln dürfen. Früh gab es während des Völkerbundmandats (Großbritannien) aber arabische Massaker an der jüdischen Bevölkerung (z.B. 1929 in Hebron): Viele Araber lehnten jede jüdische Einwanderung ab. Der Anführer der einheimischen Araber, der Mufti von Jerusalem, schloß sich dann Hitler und der SS an, lebte zeitweise in Berlin und ließ sich in der Heimat (noch nach 1945) im Hinblick auf den Umgang mit Juden von SS-Offizieren beraten und helfen. - Die Briten brachen Arabern wie Juden gegenüber ihre Landversprechen. Trotzdem funktionierten überall viele freundschaftliche Verbindungen zwischen Juden und Arabern; die Juden bauten eine florierende Wirtschaft auf und boten bald gute Arbeitsplätze. Die arabische Einwanderung stieg daher zugleich mit der jüdischen an. Nach 1945 erkämpften sich Hunderttausende Holocaustüberlebende gegen britischen Widerstand Zugang zum Land.

4. Als die UNO einen (winzigen) jüdischen Staat genehmigte, beschlossen die arabischen Länder dessen Vernichtung. 1948, am Tag der Israel-Proklamation griffen die Armeen von 6 arabischen Staaten Israel an. Die arabischen Führungen riefen ihre ethnischen Brüder zu vorübergehender  Flucht auf, knapp eine Million Araber folgten und wurden zu (immerwährenden) Flüchtlingen, deren Nachkommen bis heute ein "Rückkehrrecht" fordern. Zeitgleich vertrieben die Araber ebenso viele altansässige Juden (endgültig) aus ihren eigenen Staaten. Einige Araber in Israel folgten dem Fluchtaufruf ihrer Führer jedoch nicht, deshalb sind heute 20 % aller Israelis Araber: mit vollen Staatsbürgerrechten und Aufstiegschancen.

5. Es folgten mehrere Kriege, in denen Israel angegriffen wurde und siegte. 1967 eroberte Israel verteidigungstechnisch wichtige Gebiete neben dem schmalen Land - und auch Jerusalem zurück, das bis dahin jordanisch verwaltet gewesen war, sich wie das übrige eroberte Land aber auf keinerlei regulärem Staatsgebiet befand. Israel öffnete die Stadt erstmals für alle Ethnien und Religionen. Israel annektierte die Gebiete jedoch nicht (wie sonst weltweit üblich), sondern stellte sie unter Besatzung. Israel deportierte keine Menschen und siedelte niemanden um. Es legte keine Staatsgrenzen fest, sondern nur Waffenstillstandslinien. Israel gab aber später einige eroberte Gebiete ganz zurück: den Sinai (1979) und vor allem: Gaza (2005).
Die arabische Liga schlug 1967 von Israel angebotene Friedensverhandlungen und die Anerkennung Israels grundsätzlich aus. Daraufhin begann Israel aus Sicherheitsgründen den planmäßigen Siedlungsbau. Ungeachtet dessen schlossen Jordanien und Ägypten später mit Israel Friedensverträge.

6. In den 60iger Jahren des 20. Jahrhunderts begannen die Araber, die Bezeichnung "Palästinenser", die bisher für alle im Land Lebenden galt, allein auf sich zu beziehen. Sie sprachen den Juden nun offiziell das Recht, in dieser Region zu leben, ab - "Free Palestine!" - und begründeten dies nationalistisch, aber auch mit dem Koran. Die Embleme ihrer Befreiungsorganisationen zeigen seitdem einen palästinensischen Staat - ohne jüdischen Staat und ohne Juden. Der organisierte palästinensische Terrorismus gegen israelische Zivilisten verstärkte sich. Heute spricht die Autonomiebehörde von Jerusalem als einer arabischen Stadt (bis 1967 spielte Jerusalem in der arabischen Welt keine Rolle), bezeichnet dortige jüdische Wohnungen als Siedlungen und das jüdische Engagement in Jerusalem als "Judaisierung".

7. Die Palästinenserbehörde steht mithin für ethnische Sauberkeit (Apartheid). Sie erlaubt Juden nicht, in den heute autonomen Palästinensergebieten zwischen Arabern zu leben. Nicht einmal in den umstrittenen Gebieten sollen sie sein. Im Gegenteil, die PA klagt international gegen die von Israel beschützten jüdischen Städte, die sie als "Siedlungen" bezeichnet. Verfolgt wird auch jede individuelle arabische Zusammenarbeit mit Juden. Die jüdischen (wieder- und neu gegründeten) Dörfer auf nichtisraelischem Gebiet wuchsen dennoch zu großen Städten (bis zu 50.000 Einwohner) heran. Sie sind geschätzte Arbeitgeber für viele Araber. Es gibt gemeinsame Wirtschaftsprojekte, Industrieparks, Landwirtschaftsbetriebe etc.


Aber die Siedlungen I

Israel ist toll, wissen wir. Tausend Erfindungen, Totes Meer, Rotes Meer, Wüsten-Stille, Bibelreisen, Tel Aviv mit Homo-Fete ohne Ende, in Jerusalem Frömmigkeit bis zum Abwinken und wo du auch bist, stehst du in uralter Welt, Abraham und so... Dabei ist alles, was du siehst, hinreißend schön - -- Landschaft und Menschen.
Toll, Israel, ganz toll. Großzügig, nett, einfach nett... Links, sozialistisch, fleißig, fröhlich, Kibbutzim. Und die Kultur - vom Feinsten! Musik, Film, Theater, Tanz. Unglaublich.
Überall Nobelpreisträger und Ärzte ... Was sind die klug! Und begabt... So ein feines, kleines Volk.
Ach, es ist das Land schlechthin -

Wenn nur die Siedlungen nicht wären. Wenn die Siedlungen nicht wären, gäbe es Frieden. Dieser jüdische Landraub ist schändlich! Israel ohne Siedlungen, ohne Besatzung - das wäre das Paradies.
Dann wären auch die Palästinenser zufrieden, natürlich. Das sind doch auch Menschen, wie du und ich, ich kenne welche, die welche kennen und deshalb: die wollen nur ihr Land wieder haben! Alles Geklaute zurück! Und die Besatzer loswerden! Apartheid beenden!
Das weiß doch jeder: Diese ewigen Kriege, das ist wegen der Besatzung. Wegen der Siedlungen. Israel hält die Palästinenser im Würgegriff. Hunderttausende, Millionen während dieser Tage in London, Paris, Berlin, in Teheran, Amman, Dublin, Dohar, Chile, Südafrika, Australien können sich nicht irren.
Dieser ständige Siedlungsbau - ein absolutes Friedenshindernis. Die Juden im Land der Palästinenser, das geht eben nicht. Sie sind weiße Kolonialherren. Auch wenn viele von ihnen braun oder schwarz sind.
Hätten sie nicht auf die Bahamas gehen können?
Oder in die Sahara?

Nein, ohne Siedlungsbau gäbe es sofort Frieden. Das garantiere ich! Und eine prosperierende Zukunft für alle.

 ****



Montag, 11. August 2014

Wir haben nichts gegen Juden

Nein, gegen Juden sind wir nicht. Das wäre nicht anständig.
Wir sind nur gegen Israel. Gegen die israelische Regierung, um genau zu sein. Aus Anstand.

Israel hat Gaza angegriffen, oder etwa nicht?  Israel greift an, war doch schon immer so.
Israel tötet halt schnell, jetzt 2000 Zivilisten, Frauen und vor allem Kinder. Ein Kriegsverbrechen! Vollkommen unverhältnismäßig. Sagt die UNO, sagt die UNWRA.
Mit so etwas wollen wir nichts zu tun haben! Wir würden nie... Mit denen kann man nicht... Denen muß man mal. Die armen Palästinenser.

Sieht man jeden Tag. Im Fernsehen. In der Zeitung. Das Radio bringt es. Deutschlandfunk! Alles ganz seriös.
Erst klauen die Israelis den Arabern das Land, dann sperren sie die Palästinenser ein, dann halten sie sie über all die Jahre arm und elend, dort im Freiluftgefängnis. 70 Jahre schon, das muß man sich mal vorstellen. Und die Araber, die Frieden wollen, werden noch mit Check Points gequält, werden enteignet. Sind ja auch total machtgeil - und arrogant, diese Juden, diese Herrenmenschen, diese Apartheid-Typen.

Warum sind sie überhaupt ins Land gekommen?! Historische Wurzeln? Daß ich nicht lache. Das ist ein Märchen, es tut auch nichts zur Sache.
Immer im Land gewesen? Das glaube ich nicht. Gehört doch alles den Palästinensern da.
Kein Wunder, dieser Terror. Irgendwie muß man sich ja wehren. Sich mal Luft machen.
Nein, nein, selber schuld, diese Juden, sie können sich schließlich nicht ewig auf dem Holocaust ausruhen.

Donnerstag, 31. Juli 2014

Ein Strich durch die Rechnung

...derer, die Israel boykottieren!

Wir haben längst begonnen, genau die Produkte zu kaufen, die auf der Liste der internationalen Judenboykottierer stehen.

Wir haben uns überlegt: Wird aus sachlichen Gründen boykottiert? Nein.
Wäre es an dem, müßte fast die ganze Welt sich immerfort gegenseitig boykottieren, oder? Anlässe gäbe es doch immer und überall genug! Weit mehr, als in Israel auch bei böswilligstem Blick je zu finden wären.
Nein, boykottiert wird nur, weil es gegen Juden geht.
Viele machen mit, weltweit. Wie sie es zu großen Teilen schon immer gemacht haben!
Unter einem neuen Vorwand - gemeinsam für das alte Ziel: der Störenfried und Sündenbock Jude muß weg.

Und so boykottiert man zum Ärger von Palästinensern und Israelis nun im Westjordanland Betriebe und Produkte, die gerade zeigen, wie gut, zum gegenseitigen Vorteil, Araber und Juden zusammenarbeiten können!
Das ficht die Boykottier-Fritzen nicht an.

Wir aber kaufen Produkte von Juden. Die oft genug Produkte jüdisch-arabischer Firmen sind.