Dienstag, 5. August 2014

Reservisten im Staub










Reservisten halten die Stellung. Hier heute an der Grenze zum Libanon. Die meisten Männer mußten Frau und Kinder verlassen, um in diesen Wochen die regulären Soldaten zu ersetzen, die nun unten in Gaza zu tun haben.

Im Visier der Hisbollah



















Eitan und Daniel erklären ihr Kibbutzleben, direkt an der Grenze, immer im Visier der Hisbollah, die oben auf dem Berg sitzt und ihre Tabak- und Opiumfelder bis hinunter an den Grenzstreifen hat.
Der Kibbutz lebt von Kiwi- und Apfelplantagen, dazu Viehzucht.

Montag, 4. August 2014

Spezial: Der Abend eines Tages

...in Jerusalem. Nach zwei Terrorattacken hier... geht die Sonne unter. Über Toten...






Während sich zu den islamistischen Terroristen und Regierungen der Region Sympathisanten gesellen.
England überprüft Waffenexporte.
Künstler unterstützen Hamas.

Knesset

Die Parlamentarier umgeben sich mit wunderbarer Kunst. Mit herrlicher Selbstironie. Mit konkreter Erinnerung an die schönsten und bittersten Seiten ihres Staates.





Wir waren heute da und durften mit jüngeren und älteren Politikern diskutieren.











Hochzeit




Wir haben heute die Hochzeit verpaßt! Fast.





Auf der Suche nach dem Hochzeitssaal...





Während in Jerusalem zwei Terroristen angriffen, unterhielten wir uns bei der Suche nach dem Hochzeitssaal mit Jerusalemern, neben der Straßenbahn, in Läden, überall.

Zwei junge orthodoxe Juden sind auf den zweiten Blick begeistert, uns zu treffen. Ein paar Brocken Jiddisch fliegen hin und her. Der Größere sagt: Wir sind ungarische Juden. Sein Kamerad lacht: Mein Vater ist englischer Jude. Wir stammen aus Polen.
So sprechen wir mit allen ringsum, fühlen, als träfen wir das wahre Jerusalem, und verbummelen die Hochzeit, - fast.

Endlich werden geschlossene Läden entriegelt, eine Stiege hinter dem Ladentisch kommt in Sicht - und oben öffnen sich Gemächer, darin ein hoher weißer Baldachin, vier der Unsrigen halten ihn. Darunter stehen zwei Menschen, sehr jung, die beschlossen haben, heute und hier an diesem Tag in Jerusalem zu heiraten. Glühend vor Freude stehden sie und geniessen den Gesang der Reisegemeinde:
Die Liebe in den Gassen Jerusalems...
Fast hätten wir es verpaßt.

Das Hochzeitspaar hat seine Trauung nicht verpaßt, läuft aber fünf Minuten später schon wieder alltäglich gekleidet, mit Hochzeitsrequisitenkoffer, heim.


Politik





Vielleicht geschah einer der Terroranschläge heute aber auch, als wir beim Minister für Tourismus sitzen und Uzi Landauer (ehemaliger Innen-. und Sicherheitsminister), dessen Mutter in Leipzig geboren wurde, sagt:

Heute macht es Sinn zu kämpfen. Heute haben wir ein Land. Das Land, das unser ist seit Jahrtausenden. In das wir zurückgekehrt sind, nachdem wir so lange den Verfolgungen nichts entgegenzusetzen hatten, zurückgekehrt hierhin, weil es unsere Heimat ist. In dem wir jedem, der hier ist, Wohlstand und Freiheit geben. 300.000000 Araber wohnen um uns herum. Die einzigen 1, 3 Millionen Araber, die in Nahost, die Rechte und Chancen haben, die Freiheit und Respekt kennen, sind die 1,3 Millionen Araber hier bei uns. Und ich bin stolz darauf.

Vielleicht war es in dem Moment, als der Araber heute nicht weit von uns den Bus angriff.
Oder jener, in dem heute der trampende Soldat hier in Jerusalem niedergeschossen wurde.

Hier, wo der Westen verteidigt wird. Für alle.
Wie Landauer sagt: Die muslimischen Terrororganisationen in Gaza, Westjordanland, Libanon, Syrien, Irak, Iran, Lybien, Mali, Nigeria, Somalia, in Fernost und überall: Sie wollen Exklusivität. Exklusivität für Muslime. Exklusivität für sich auf der ganzen Welt. Platz für Juden, Christen, Säkulare?  Ist da nirgends.

Tränen, auch heute.

Gleichzeitigkeit

Tränen, auch heute.  In Jerusalem.

Während wir in der jüdischen Hilfsorganisation Hineni sitzen, beköstigt werden von denen, die dort Arbeit bekommen, gekocht und serviert in Räumen, die von deutschen Freunden einst renoviert worden sind,  informiert durch den jüdisch-holländischen Chef der Organisation, geschieht es.
Wir sitzen inmitten der Ausstellung über die Judenverfolgung im Dritten Reich, gleich neben dem riesigen Porträt von Anne Frank, als wir den Film sehen - über Terror an Juden, jüdische Terroropfer und die Arbeit der 1996 Hilfsorganisation für eben diese Opfer - , da werden unweit dieser Stelle zwei Terrorattentate auf Juden verübt.

Heute
... Vielleicht gerade, als Philipp wiederholt, was sein Vater, Überlebender von acht deutschen KZs ihm sagte: Wir konnten nicht kämpfen, wir hatten keine Chance.
Oder vielleicht, als Philipp von seinen Aktionen im Süden Israels für die dort terrorisierten Menschen und von seinen Hilfen für die Soldaten, die jetzt in Gaza kämpfen, erzählt: Jetzt haben wir einen Grund zum Sterben.
Vielleicht ist es, als Philipp, der seinen beiden zweijährigen Kindern in Ashdod jede Nacht bei den Angriffen sagt: Wir spielen Verstecken! Das da draußen ist ein Feuerwerk.
Oder in dem Moment, als er uns zuruft: Die Araber, die Palästinenser sind nicht unsere Feinde! Die Hamas, das ist unser Feind. Und die Hamas ist der Feind aller Palästinenser!

Tränen, auch heute.

Die offizielle Mitteilung zum heutigen Terroranschlag:

Nach israelischen Medienberichten ereignete sich heute in Jerusalem ein Terroranschlag, bei dem neben dem Attentäter ein weiterer Passant getötet wurde. Der Attentäter überfuhr mit einem Traktor oder Bagger gezielt einen Fußgänger und steuerte danach auf einen Reisebus zu.  Der 25-jährige Fußgänger wurde schwer verletzt und erlag später seinen Verletzungen. Sechs weitere Personen, darunter der Busfahrer, erlitten leichte Verletzungen. 
Der Fahrer des Fahrzeuges wurde erschossen, bevor er weiteren Schaden anrichten konnte. Der Anschlag trug sich im Viertel Shmuel Hanavi zu. Es ist nicht der erste Anschlag, der mithilfe eines Arbeits- oder Baufahrzeuges durchgeführt wurde und bei dem Israelis verletzt werden. Ein ähnlicher Anschlag wurde zuletzt im Januar 2013 verübt. 
Des Weiteren wurde gemeldet, dass ein Soldat der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) heute (Montag) Nachmittag bei einem Anschlag auf dem Skopusberg schwer verletzt worden sei. Medienberichten zufolge eröffnete ein Motorradfahrer das Feuer auf den in der Nähe der Hebräischen Universität Jerusalem an einem Mitfahrer-Mitnahmepunkt wartenden Soldaten. 

(Außenministerium des Staates Israel/Haaretz, 04.08.14) 








Keine Chance

Moshe zeigt das Land.
Er zeigt von oben auf dem Berg über das Land.
Seht, wie winzig es ist. Seht, wie verwundbar. Von allen Seiten.
Dieses Volk, welche Chance hat es, sich zu verteidigen?
Gegen Feinde, die keinen Frieden wollen? Sondern die Vernichtung des Volkes Israel?
Die Vernichtung der Juden in diesem Land?
Israel hat keine Chance.
Aber diese verteidigt es.

Neuer Versuch

Israel versucht es heute wieder mit einer Waffenruhe.
Aber es macht sich nicht länger von Terroristen und deren Waffenruh(un)willigkeit abhängig.
Israel zerstört die Tunnel - und zieht sich zurück.
Die Gefahr bannen, das Leben schützen. Kein Krieg um des Krieges willen. So, wie es Netanjahu gesagt hat.

Tunnelgangstern das Handwerk legen...

Übrigens: Nicht nur einige Deutsche "stehen" bei Israel. Menschen in aller Welt! Heute: 12.000, die in Südafrika für Israel auf die Straße gingen. In Südafrika! Das ist das Land, was als christliches Land Israel seit Jahren jeden Tag verdammt.

Sonntag, 3. August 2014

Tränen

Tränen

Aus der ganzen Stadt, auf allen Straßen den Berg hinauf laufen sie, Kinder, Jugendliche, Alte, Frauen und Männer in Uniform, die Waffen umgehängt, allein, in Gruppen, Dutzende, Hunderte, Tausende! ...eilig, schweigend,  sie werden empfangen vom großen Tor, durch das sie eintreten, von Wachen, vom Ordner, der Gehbehinderte in Elektrowägelchen verfrachtet.
Jerusalem, du Stadt auf dem Berge. Hier oben warten die Zypressen, schmal und hoch vor dem Himmel. Hier warten verschlungene Wege weiter hinauf, Treppen. Und Gräber, weiß, schlicht, alle gleich. Die Menschen laufen dicht bei dicht, schweigen, schieben sich weiter. Die schmalen Mauern sind besetzt, auf jeder Wegterrasse oben am Berg drängen sich die Menschen. Und schweigen.
Dann ein wehes, bitteres Aufschluchzen durch der Menge: der Sarg wird hochgetragen, darin liegt der Junge, unter der blauweißen Fahne, die Wartenden weichen zurück. Und schließen sofort wieder die Reihen, weinend, still.
Die Stille wird immer tiefer.
Mein Gott, mein Gott! Der Rabbi singt leise, mit erstickter Stimme. Die Mutter ruft Eli!Mein Gott! Brüder, Kameraden, Freunde erzählen so verwundet von dem, der vor zwei Tagen noch unter ihnen war, daß uns allen eisig wird. Und wir stehen dicht und dichter, die Frauen halten ihre Gebetbücher, die Männer umarmen sich, Kinder kauern auf den Mauern, Kleinkinder, einer der ihren ist getötet worden, ein Schicksal, ein Volk.
Heimtückisch getötet.
Aber die Stille ist tief. Ist groß.
Kein Wort des Hasses, fast zwei Stunden lang. Einsame Klage aus tiefstem Herzen, weit über die Hügel. Hoch zu  Gott.
Aber kein Wort des Hasses, kein Wort der Feindschaft. Kein Wort von Rache. Nichts von Vergeltung.
Die Sonne steht nun schon tief, die Menge verharrt noch immer schweigend, tief gebeugt, den ganzen Hang herunter.
Eine Welt ist zerstört. Ein Mensch ist nicht mehr.
Die Soldaten stehen überall, Liebende, Väter, Großmütter.
Ein Wind kommt auf, kühl zwischen den Zypressen, die liebenden Klagen reißen nicht ab. Die Gebete steigen in den Abendhimmel.
Was für ein Mensch war das.
Einer, der lachte.
Und so jung war, so jung.
Wir stehen miteinander, still, weinend. Der Berg weint. Wir gehören zusammen.
Weinen, über alle Tode.
Die Mutter hängt am Hals ihres Mannes, am Herzen ihrer anderen Söhne. Sie führen sie den Berg hinab, durch die schweigende, weinende Menge.

Wir aber lieben das Leben! Gott, wir lieben das Leben. Deshalb verteidigen wir es.
Alle.
Und jeden.



Blut



Im Inneren von Magen Adom Israel - dem israelischen Blutspendedienst - ist es kühl. Und hektisch. Menschen strömen herein. 50 Deutsche stehen plötzlich vor den Mitarbeitern, mitten zwischen den jungen israelischen Männern und Frauen, die unablässig hereinkommen, sich die großen vierseitigen Formulare greifen, konzentriert ausfüllen und mit ihnen in der Hand geduldig in die Schlange stellen, um Befragungen und Untersuchungen zu absolvieren. Hinten aber sind längst alle Plätze besetzt: Auf den Liegen spenden sie Blut, Israelis und Deutsche, Seite an Seite. Die Deutschen hatten lediglich mehr Probleme bei der vorhergehenden Schreibarbeit - die Formulare gibt es nur in bestem Hebräisch.


Moshe führt uns





Wolken, Wasser, Gebirge,Wellen, Inseln unter uns. Müdigkeit. Himmel versunken. Wir fliegen auf Israel zu. Dort ist die Familie des entführten, toten Jungen.. Der erste Tag beginnt gerade, der erste für sie ohne ihn... So fliegen wir in diesen Tag hinein... In diesen Sonntag... In dieses Land, dieses Leid... Diesen Krieg, in dem wir zu Gast sein werden. Welch ein verrückter Gedanke... Wir werden die Stärke spüren, die Verzweiflung, die Liebe... Die Sorge und den Mut. Wir werden mit dem Land sein, den Toten, den Trauernden, den Kämpfenden. Den Sorgenden. Den Müttern, Vätern. Den Politikern. ... Shalom! Das Kind hinter uns singt von Israel, von der Straßenbahn in Jerusalem und dem Aufbau des Landes, von den Brunnen, jedem Baum, jedem Haus.... Eretz Israel. Shalom! sagt das Kind zum alten Mann, Shalom! - weißt du was Guten Morgen heißt? Boker tov.... Wir gehen durch Wolken hinunter, das Kind sagt: Wir fallen, fallen auf das Land.
Und das Kind erklärt das Land und die Welt. Mama ist Israel, oh, ich habe eine Mama, die ist Israel! 
Die Mama sagt: Es ist heiß draußen, wenn du raus kommst aus dem Flugzeug, dann dampfst du! Kind: Ja, vor Glück!!!

Dann nimmt uns Moshe in Empfang. Moshe aus dem Appenzeller Tal.
Und nun erklärt er die Welt.

Samstag, 2. August 2014

Angriffsrichtungen

...wären einer Betrachtung wert.
Vier Wochen nach Beginn der großen Kämpfe, lange Jahre nach Beginn der immerwährenden kleinen Kämpfe ist im Westen immer noch zu lesen, zu hören: Israel greift an, Israel fliegt Angriffe, Israel schießt, Israel zerstört, Israel bombardiert, Israel tötet. Tötet Zivilisten! Tötet Kinder!
Von getöteten Kämpfern ist nie die Rede.
Dagegen werden die - scheint es - "lächerlich" wenigen Toten auf israelischer Seite genannt.
Man soll verstehen: Zeigen nicht allein diese Zahlen, wer der Angreifer ist?

Ja, wer ist der Angreifer?
Der, der zuerst angreift?
Oder der, der zurückschießt?

Israel schießt zurück.
Das wird korrekterweise auch manchmal hinzugesetzt im Westen: Israel hat ein Recht auf Selbstverteidigung. Gegen Staaten. Und gegen Terroristen!
Nimmt Israel dieses Recht, das auch eine verdammte Pflicht ist, allerdings wahr - avanciert es in den Nachrichten umgehend zum Verursacher und Hauptschuldigen des Dramas.

Das wäre wohl in jedem Fall so.
Weit wirksamer ist es allerdings, daß

Hamas alles daran setzt, viele Tote, gern Zivilisten, noch lieber Kinder, für die Kameras dieser Welt bereitzustellen.
Das überzeugt den Westen. Und setzt, hofft Hamas, die islamische Welt in Brand.

Fragen des Abstands

Man kann die (ungeprüfte) Zahl der getöteter Zivilisten in Gaza in den Mittelpunkt aller Wahrnehmungen und Nachrichten stellen. Man kann den Hamas-Worten im gleichen Maße oder sogar stärker glauben als israelischen Informationen. Man kann immer die Bombardements in Gaza erwähnen, ohne zuerst und deutlich die Raketen und Terrortunnel zu nennen. Man kann gewohnheitsmäßig Wohnungs- und Siedlungsbau anprangern, ohne gleichzeitig vom vernichtenden Judenhaß zu sprechen, der Juden aus der gesamten Region vertreiben will. Man kann das Leiden der Unterdrückten schildern, ohne deren hauseigene Unterdrücker zu erwähnen.
Man kann.

Wenn man sich auf die Seite antifreiheitlicher Kräfte stellt.


Aufbruch nach Israel


Wenig ist gut in Nahost. Wenig ist gut in Deutschland.

Ein halbes Hundert aber macht sich morgen auf nach Israel. 50 Deutsche, Österreicher und Schweizer finden es unerträglich, still daheim zu sitzen. Oder nur auf dem K'damm israelische Fähnchen gegen "Kindermörder Israel!"-brüllende Muslime zu schwenken.
Fast 50 Menschen, die sich untereinander bisher nicht kennen, machen sich miteinander auf, um Israel zu zeigen: Wir sind da.

So, wie es durch ihre Präsenz für Israel Menschen in aller Welt zeigen..

Die Gruppe wird sehen, was sie sonst tun kann.
Vielleicht fängt sie mit Dasein und Zuhören an?  Dann wird sie es mit Blutspenden, Raketentrümmer wegräumen und Besuchen versuchen.

Freitag, 1. August 2014

Fortgerissen

...wurde (unter Ausnutzung der Waffenruhe) durch Terroristen heute Morgen dieser hier:
Hadar Goldin aus Kfar Saba, 23, Leutnant, verlobt,  offiziell als gefallen gemeldet am 03.08.2014:


(Dazu  - wie das obige Foto - mehr bei "Israel heute".)

Seine Kameraden begrüßen am Ende des Tages dennoch den Schabbat.

Während die Hamas heute ihren "Widerstand", die Hingabe ihrer Zivilbevölkerung und die gelungene Entführung preist, dabei versichert, nie die weiße Fahne hissen zu wollen, schreibt Israels Außenministerium am Abend:
#ShabbatShalom to all of our friends.
Shabbat is a day of peace, but the citizens of Israel will spend it in shelters, hiding from Hamas rockets, much like in the previous weeks. It's been 25 days since the beginning of operation Protective Edge. During this time over 3000 rockets were fired at Israel and Israel Defense Forces uncovered dozens of terror tunnels which were dug in order to carry deadly attacks against civilians in Israel.

Eine Gruppe

...kann losgehen!

Und zwar mit diesen hier!

Ein halbes Hundert einander noch unbekannter Freunde aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind wir nun. Wir haben innerhalb einer Woche zusammengefunden und machen uns auf, Israel zu zeigen, daß es auch heute nicht alleine ist.

Die offizielle Blogseite der Reise findet Ihr hier rechts in der Navigationsleiste.


Versprechen gebrochen

Ein exklusives Verständnis von Waffenruhe.

Heute Vormittag: 
Raketenangriffe auf Israel und Sirenenalarm im ganzen südlichen Raum.
90 min nach Beginn der dreitägigen Waffenruhe: Angriffe aus mehreren Terrortunneln heraus. Tote israelische Soldaten.
Ein verletzter israelischer Soldat wird im Gefecht von Hamas entführt (Hamas feiert): Leutnant Hadar Goldin (23).

Zugleich die Nachricht:
Wird im US-Senat die versprochene und dringend benötigte Soforthilfe für Israel blockiert werden?
Darin enthalten: das nötige Geld, um Iron Dome weiter zu betreiben.
Einige wollen sparen und mit dem verfügbaren Geld zuerst die Buschbrände an der US-Westküste löschen.
Mit der Blockade handeln sie sich und der Welt vielleicht noch teurere Brände ein?

Nachtrag: Versprechen gehalten!
Am späten Abend des Freitag beschliessen US-Senat und nahezu einstimmig auch der Kongreß die 225 Mill. $-Hilfe für Iron Dome.

Die Anderen

...was ist los in der islamischen Welt?
Geheimnisvoll, abgründig...war sie immer. Worauf man sich ebenfalls verlassen konnte, seit fast siebzig Jahren: Ihr festes Votum gegen Israel. Mag man sich auch untereinander grausam bekämpfen - Einigkeit herrscht im Wunsch und Willen, Israel möge nicht existieren, nicht dort bei Jerusalem, und nicht als jüdischer Staat.
Also, was ist los?
Saudi-Arabien will, daß Israel hilft, Irans Atombombe aufzuhalten. Ägypten will, daß Israel hilft, die verhaßte Hamas kleinzuhalten.
Aber reicht das, um zu erklären, warum die arabische Welt in diesen Wochen Israel nicht in den Arm fällt?

Was ist los?

Was immer  - die Türkei und Katar beteiligen sich nicht daran.
Sie stehen weiter fest gegen Israel. Für die Hamas.


Waffenruhe

....auch heute - gebrochen. Achtmal durch die Hamas, in vier Wochen.

Israel akzeptierte bisher acht Waffenruhevereinbarungen, bot selbst viele davon an, Hamas brach alle.

15 July - Egyptian-sponsored ceasefire to end the hostilities. 
17 July - Five-hour humanitarian ceasefire. 
20 July - Four-hour medical/humanitarian window in the area of Shejaiya 
26 July - 12-hour UN-requested humanitarian ceasefire.
26 July - 4-hour humanitarian ceasefire. 
26 July - Hamas-declared 24-hour humanitarian ceasefire.
27 July - 24 hour Israeli extension, starting midnight Saturday.
28 July - Ceasefire in honor of the Muslim holiday of Eid al-Fitr. 
30 July - Temporary humanitarian ceasefire between15:00-19:00
01 August - UN-US proposed 72-hour humanitarian ceasefire.

Warum den Zivilisten Zeit geben, wenn der Kampf darunter leidet!

Heute, am 01.08., nahm man den Zivilisten 70 Stunden und 30 Minuten.


Auf dem Weg nach Jerusalem!

....Vor Reisebeginn.

Noch wache ich in der Nacht auf, weil es so still ist. So still! Nichts, rein gar nichts zu hören, bis irgendwann zaghaft der erste Vogel durch die Dämmerung schreit.
Nur einmal kracht etwas durch die Nacht. Bricht alles auseinander. Füllt urplötzlich Furcht den Raum. Man ahnt, alle in den Häusern ringsum lauschen jetzt angestrengt in die Schwärze.
Ach, es war nur ein Motor! Ein alter, kurz brüllend gestartet.
Zurück in die Kissen! Kopfschüttelnd zurück in den Schlaf. So was aber auch, wie schnell man sich da erschreckt...

Wir sind nicht in Israel. Keine Sirenen. Noch nicht.

Wir wissen noch nichts.


Die Zivilisten nebenan

...sind für überforderte Zeitgenossen nicht vorhanden.

Zivilisten nebenan?! Tot oder lebendig, wen geht das denn was an? Ukraine- na, das Durcheinander hinten in der Walachei bekommen wir ja glücklicherweise gar nicht richtig mit. Sollen die sich doch kloppen, die Slawen!
Flüchtlinge in Mittelmeerbooten? Können sich die Italiener drum kümmern, die sind das gewohnt.
Syrische Christen, Alawiten, Sunniten? Chemiewaffen, Faßbomben, Raketen, Massenhinrichtungen? Da sieht doch kein Mensch mehr durch! ISIS-Sieger im Irak? Gesprengte Menschen, Moscheen, Gekreuzigte und was noch alles?
Nein, zu viel, zu durcheinander, vielen Dank, kein Nerv für so etwas.

Aber war da nicht noch was in Gaza? Ja, da müßte man mal echt etwas tun. Gegen die Hamas? Nein, Gott bewahre! Aber diese Israelis - wie die sich die Zivilisten vornehmen, das muß ein Ende haben! Sofort! Israel sofort raus aus Gaza! Und Grenzen öffnen! Bedingungslos!
Wie die UN schon sagt.

Die Zivilisten in Nahost

...können alle nicht schlafen. Nicht besonders gut jedenfalls. Die einen, auf israelischer Seite, weil sie jeden Moment in den Bunker rennen müssen. Und allmählich, nach vier Wochen, echt übermüdet sind. Und die anderen, in Gaza, weil sie irgendwo in Notunterkünften hausen und alles nun ein wenig viel wird an Geschrei, Gedonner, Dreck, Elend und Unbehaustheit.
Die auf der israelischen Seite müssen sich ducken und sputen. Und wenn sie falsch wohnen, darf kein Kind mehr draußen frei herumlaufen, kein Bauer allein aufs Feld, keine Frau noch im Kibbuz joggen. Denn da überall sind Tunnel, überall können plötzlich Männer mit Masken sein, mit MP-Feuer, Granateinschlag, Messer, Handschellen... Nichts davon eine glückliche Wahl.
Schlaflos in Israel. Schlaflos in Gaza.
Solange die Terroristen nicht ruhen.