Dienstag, 12. August 2014

Aber die Siedlungen II

1. Israel existiert auf jüdischem Land, ab biblischer Zeit (1000 v.Chr. ff.) gab es genau hier für lange Jahrhunderte einen jüdischen Staat, unter den Römern wurde es jüdische Provinz. Quasi jeder Stein im Land erzählt jüdisch-biblische Geschichte. Jerusalem wurde zu König Davids Zeiten jüdische Hauptstadt und auch zum (einzigen) religiösen Zentrum des Judentums. Mehr als 1000 Jahre später, nach der Vertreibung des jüdischen Volkes aus dem Land durch die Römer blieben ohne Unterbrechung weitere 2000 Jahre immer jüdische Gemeinden im Land (wie auch Millionen Juden im gesamten Nahen Osten).

2. Die große jüdische Wiedereinwanderung begann im 19. Jahrhundert (als Reaktion auf Pogrome in  Osteuropa). Der Landstrich gehörte damals zum Osmanischen Reich und war dünn besiedelt. Arabische Großgrundbesitzer aus Cairo und Beirut, auch regionale Clans verkauften Land an Juden. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Jerusalem wieder eine mehrheitlich jüdische Bevölkerung. Die zionistische Bewegung am Ausgang des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts kaufte noch mehr Land von Arabern, vermehrt auch unfruchtbares (Sumpf, Steppe, Wüste), um es zu kultivieren. Alte biblische Städte - "Siedlungen" - wurden überall im Land wiedergegründet.

3. 1920 legte der Völkerbund, der das Erbe des besiegten Osmanischen Reiches verwalten mußte, fest, daß sich Juden in dem damals riesigen Palästina (heute Jordanien, PA, Israel) ansiedeln dürfen. Früh gab es während des Völkerbundmandats (Großbritannien) aber arabische Massaker an der jüdischen Bevölkerung (z.B. 1929 in Hebron): Viele Araber lehnten jede jüdische Einwanderung ab. Der Anführer der einheimischen Araber, der Mufti von Jerusalem, schloß sich dann Hitler und der SS an, lebte zeitweise in Berlin und ließ sich in der Heimat (noch nach 1945) im Hinblick auf den Umgang mit Juden von SS-Offizieren beraten und helfen. - Die Briten brachen Arabern wie Juden gegenüber ihre Landversprechen. Trotzdem funktionierten überall viele freundschaftliche Verbindungen zwischen Juden und Arabern; die Juden bauten eine florierende Wirtschaft auf und boten bald gute Arbeitsplätze. Die arabische Einwanderung stieg daher zugleich mit der jüdischen an. Nach 1945 erkämpften sich Hunderttausende Holocaustüberlebende gegen britischen Widerstand Zugang zum Land.

4. Als die UNO einen (winzigen) jüdischen Staat genehmigte, beschlossen die arabischen Länder dessen Vernichtung. 1948, am Tag der Israel-Proklamation griffen die Armeen von 6 arabischen Staaten Israel an. Die arabischen Führungen riefen ihre ethnischen Brüder zu vorübergehender  Flucht auf, knapp eine Million Araber folgten und wurden zu (immerwährenden) Flüchtlingen, deren Nachkommen bis heute ein "Rückkehrrecht" fordern. Zeitgleich vertrieben die Araber ebenso viele altansässige Juden (endgültig) aus ihren eigenen Staaten. Einige Araber in Israel folgten dem Fluchtaufruf ihrer Führer jedoch nicht, deshalb sind heute 20 % aller Israelis Araber: mit vollen Staatsbürgerrechten und Aufstiegschancen.

5. Es folgten mehrere Kriege, in denen Israel angegriffen wurde und siegte. 1967 eroberte Israel verteidigungstechnisch wichtige Gebiete neben dem schmalen Land - und auch Jerusalem zurück, das bis dahin jordanisch verwaltet gewesen war, sich wie das übrige eroberte Land aber auf keinerlei regulärem Staatsgebiet befand. Israel öffnete die Stadt erstmals für alle Ethnien und Religionen. Israel annektierte die Gebiete jedoch nicht (wie sonst weltweit üblich), sondern stellte sie unter Besatzung. Israel deportierte keine Menschen und siedelte niemanden um. Es legte keine Staatsgrenzen fest, sondern nur Waffenstillstandslinien. Israel gab aber später einige eroberte Gebiete ganz zurück: den Sinai (1979) und vor allem: Gaza (2005).
Die arabische Liga schlug 1967 von Israel angebotene Friedensverhandlungen und die Anerkennung Israels grundsätzlich aus. Daraufhin begann Israel aus Sicherheitsgründen den planmäßigen Siedlungsbau. Ungeachtet dessen schlossen Jordanien und Ägypten später mit Israel Friedensverträge.

6. In den 60iger Jahren des 20. Jahrhunderts begannen die Araber, die Bezeichnung "Palästinenser", die bisher für alle im Land Lebenden galt, allein auf sich zu beziehen. Sie sprachen den Juden nun offiziell das Recht, in dieser Region zu leben, ab - "Free Palestine!" - und begründeten dies nationalistisch, aber auch mit dem Koran. Die Embleme ihrer Befreiungsorganisationen zeigen seitdem einen palästinensischen Staat - ohne jüdischen Staat und ohne Juden. Der organisierte palästinensische Terrorismus gegen israelische Zivilisten verstärkte sich. Heute spricht die Autonomiebehörde von Jerusalem als einer arabischen Stadt (bis 1967 spielte Jerusalem in der arabischen Welt keine Rolle), bezeichnet dortige jüdische Wohnungen als Siedlungen und das jüdische Engagement in Jerusalem als "Judaisierung".

7. Die Palästinenserbehörde steht mithin für ethnische Sauberkeit (Apartheid). Sie erlaubt Juden nicht, in den heute autonomen Palästinensergebieten zwischen Arabern zu leben. Nicht einmal in den umstrittenen Gebieten sollen sie sein. Im Gegenteil, die PA klagt international gegen die von Israel beschützten jüdischen Städte, die sie als "Siedlungen" bezeichnet. Verfolgt wird auch jede individuelle arabische Zusammenarbeit mit Juden. Die jüdischen (wieder- und neu gegründeten) Dörfer auf nichtisraelischem Gebiet wuchsen dennoch zu großen Städten (bis zu 50.000 Einwohner) heran. Sie sind geschätzte Arbeitgeber für viele Araber. Es gibt gemeinsame Wirtschaftsprojekte, Industrieparks, Landwirtschaftsbetriebe etc.


Aber die Siedlungen I

Israel ist toll, wissen wir. Tausend Erfindungen, Totes Meer, Rotes Meer, Wüsten-Stille, Bibelreisen, Tel Aviv mit Homo-Fete ohne Ende, in Jerusalem Frömmigkeit bis zum Abwinken und wo du auch bist, stehst du in uralter Welt, Abraham und so... Dabei ist alles, was du siehst, hinreißend schön - -- Landschaft und Menschen.
Toll, Israel, ganz toll. Großzügig, nett, einfach nett... Links, sozialistisch, fleißig, fröhlich, Kibbutzim. Und die Kultur - vom Feinsten! Musik, Film, Theater, Tanz. Unglaublich.
Überall Nobelpreisträger und Ärzte ... Was sind die klug! Und begabt... So ein feines, kleines Volk.
Ach, es ist das Land schlechthin -

Wenn nur die Siedlungen nicht wären. Wenn die Siedlungen nicht wären, gäbe es Frieden. Dieser jüdische Landraub ist schändlich! Israel ohne Siedlungen, ohne Besatzung - das wäre das Paradies.
Dann wären auch die Palästinenser zufrieden, natürlich. Das sind doch auch Menschen, wie du und ich, ich kenne welche, die welche kennen und deshalb: die wollen nur ihr Land wieder haben! Alles Geklaute zurück! Und die Besatzer loswerden! Apartheid beenden!
Das weiß doch jeder: Diese ewigen Kriege, das ist wegen der Besatzung. Wegen der Siedlungen. Israel hält die Palästinenser im Würgegriff. Hunderttausende, Millionen während dieser Tage in London, Paris, Berlin, in Teheran, Amman, Dublin, Dohar, Chile, Südafrika, Australien können sich nicht irren.
Dieser ständige Siedlungsbau - ein absolutes Friedenshindernis. Die Juden im Land der Palästinenser, das geht eben nicht. Sie sind weiße Kolonialherren. Auch wenn viele von ihnen braun oder schwarz sind.
Hätten sie nicht auf die Bahamas gehen können?
Oder in die Sahara?

Nein, ohne Siedlungsbau gäbe es sofort Frieden. Das garantiere ich! Und eine prosperierende Zukunft für alle.

 ****



Journalismus in Zeiten des Terrors

Die Vereinigung der Auslandsjournalisten in Israel und Ramallah hat gestern erstmals nicht Israel kritisiert, sondern die Behandlung, die die Hamas internationalen Journalisten zukommen läßt:

"Protests in the strongest terms the blatant, incessant, forceful and unorthodox methods employed by the Hamas authorities and their representatives against visiting international journalists in Gaza over the past month...In several cases, foreign reporters working in Gaza have been harassed, threatened or questioned over stories or information they have reported through their news media or by means of social media."

Überwachung, Kontrollen, Bedrohung, Schikanen, Verbote, Verhöre. 
Die Hamas will selbst bestimmen, wer berichtet, wer was wie berichtet. Und auf keinen Fall soll gezeigt werden, wie die Hamas ihre Volksgenossen blutig instrumentalisiert
(Bloß kein Punkteabzug!)

Trotzdem oder deshalb berichtet das Gros der Weltpresse tief propalästinensisch.
Will man der Welt gefallen? Oder nur seine Haut retten?

Tote zählen

Tote zählen ist ein beliebtes Spiel, seit langem.
Zumindest für die einen.

Und das geht so: Ich muß erreichen, daß es in meinem Gebiet möglichst viele Tote gibt. Die Menge machts. Also wende ich jeden Trick an. Ich gehe in dicht bewohnte Gebiete und Gebäude, möglichst in Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Moscheen oder auf Spielplätze, Parkplätze, Einkaufscenter. Und dann feuere ich. Das macht doppelt Spaß! Erstens treffe ich natürlich die Besatzer, die sich da hinten in Tel Aviv vergnügen. Und ich sammle ganz viele Tote, weil die Israelis selbstverständlich den Punkt finden, von dem aus abgeschossen wurde, zurückschießen und gott sei dank treffen.
So sammle ich Punkte.
Viele, viele Punkte habe ich schon bei der Weltöffentlichkeit! Denn der präsentiere ich meine Toten sofort.
Manchmal denke ich allerdings, daß es vielleicht doch noch zuwenig Tote sein könnten.
Dann zähle ich alle, die gestern und heute an Blinddarm, Altersschwäche und Krebs gestorben sind, dazu.
Da kommt ordentlich was zusammen.
Außerdem ziehe ich meine Männer um, sie kriegen Zivil. Mit Kämpfern könnte ich ja nicht so krass punkten. Da ich die Punkte aber brauche, kann ich nur hoffen, daß die Leute nicht so genau auf die Liste schauen. Sie würden entdecken, daß zwei Drittel der Toten Männer im wehrfähigen Alter sind.
Da ich aber unbedingt sicher gehen muß, daß die Welt mir glaubt und nicht dem Hundesohn da drüben, lasse ich die Zahlen natürlich von meinen eigenen Leuten - Hamas und UNWRA - verkünden. Da wird der Punktestand dann schon stimmen.

Übrigens, die Israelis sind absolute Spiel-Versager.
Die sind überhaupt nicht auf Punkte aus! Statt Tote zu sammeln, stecken sie Milliarden in den Schutz ihrer Leute. So dumm muß man erst mal sein.


Im Gedenken an Liel Gidoni (20), Jerusalem, den wir mit zu Grabe trugen.

456

456
das ist heute Morgen die Zahl.
456 mal Schande über Deutschland.

Und eine Erklärung, warum die Deutschen denken wie sie denken.
Wenn nämlich von 456 Seiten gleichzeitig eine naiv judenhassende Botschaft in ihre Ohren und Augen kommt:
Israel ist böse. Israel ist der Aggressor. Israel ist Kriegsverbrecher. Israel ist Kindermörder.

456?
Das ist sicher untertrieben.
Es sind viel mehr! Sie haben nur noch nicht hier unterschrieben.

Kann ich helfen?

Ja, das geht. Auf vielen Wegen.

Eine Idee wäre, den Bau oder die Reparatur von Schutzbunkern und Schutzräumen zu unterstützen. In ganz Südisrael fehlen diese lebensrettenden Räume.

Vergangenen Freitag, als die Hamas - die in den vergangenen fünf Wochen 3500 Raketen auf Israel feuerte - erneut den Waffenstillstand brach, wurde beispielsweise Dr. Paz (71), langjähriger Leiter des bekannten Sapir-Colleges nahe Sderot, von einer Rakete verletzt, weil es auf seinem Weg keinen Bunker gab.

Das Sapir-College ist das größte öffentliche College des Landes. Es versorgt eine unterentwickelte Region und unterrichtet Juden, Christen wie Muslime. Vor allem ärmere Studenten werden unterstützt. Erfolgreich ist die Sozialarbeiterausbildung, dazu ein Jurastudium mit den Schwerpunkten Bürger- und Sozialrecht, Journalismus und Verwaltung.

In den Kibbutzim und Moshafs, die wir vergangene Woche besuchten, gab es öffentliche Bunker, aber nur diese, keine in den Häusern - und kaum einen nahe Feldern und Gewächshäusern, bei Vorwarnzeiten von 10 oder 15 Sekunden. Das Geld der Dörfler hatte nur für den Schutz der Kleinkinderhäuser gereicht.

Hier bei der Hilfsorganisation Keren Hayesod kann man für Bunker (oder andere wichtige Dinge) spenden.











Montag, 11. August 2014

Sehr geehrter Herr Ban-Ki Moon



Eine israelische Soldatenmutter gibt den Offenen Brief eines Soldaten an Ban-Ki Moon bekannt.
Und ich habe ihn hier versucht zu übersetzen:

"Heute Morgen, nachdem ich 17 Nächte in meiner IDF-Uniform und -Schuhen schlief, bin ich endlich zu Hause aufgewacht. Leider wachte ich auf und sah eine sehr beunruhigende Schlagzeile, hervorgerufen vom Chef der UN höchstpersönlich. Herr Ban-Ki Moon erklärte gestern, daß Israel unzählige Kriegsverbrechen während der Operation Schutzschild begangen habe und verlangte die Verfolgung von Personen, die UNRWA-Institutionen in Gaza bombardiert und beschossen haben. 
                   Ich möchte mit Ihnen einige meiner Erfahrungen während dieser Operation teilen. Ich sehe nicht die Notwendigkeit, über Schmerz, Wut und Leid zu reden, all das, was ich heute fühle, nachdem ich Freunde und Kameraden verloren habe, denn Schmerz ist leider das Schicksal auf beiden Seiten des Konflikts. Dennoch will ich erklären, warum ich glaube, daß die gestrige UN-Erklärung falsch und voreingenommen ist. 
Ein Team von Soldaten, das in meiner Einheit diente, ging am 30. Juli in eine UNRWA-Klinik in Khan Younis. Dem israelischem Geheimdienst zufolge hatte diese Klinik der Hamas erlaubt, einen Terror-Tunnel in der ersten Etage des Gebäudes zu graben. Als die Soldaten in die Klinik kamen (und den Terror-Tunnel fanden), wurden zwölf 80 Kilo-Sprengstoff-Barren aktiviert, drei unserer Soldaten getötet und die meisten anderen Mitglieder des Teams verletzt. 

 Herr Ban-Ki Moon, wenn Sie die verfolgen möchten, die UNRWA-Institutionen in Gaza bombardierten, bitte Sir, nur zu. Leider kann ich Ihnen nicht die Details der Mission, an der ich teilnahm, nennen, aber ich möchte Ihnen den Entscheidungsprozess schildern, der abläuft, wenn es um darum geht, Terror-Zentren und Terroristen zu bombardieren. Ich will zuerst sagen, daß die IDF nur die intelligentesten und teuersten Raketen verwendet, um die Terroristen zu töten, und nur Terroristen. Diese Raketen sind sehr genau und treffen nur die Orte, wo die Terroristen sich verstecken, was lediglich zu minimalen Schäden an den Nachbarschaften neben diesen Terror-Standorten führt. Der Entscheidungsprozess, der von den Kommandanten der IDF eingehalten wird, enthält die Beobachtung der Gegend und die Vergewisserung, daß es dort keine unschuldigen Zuschauer gibt, die durch die Bombardierung verletzt werden könnten. Bitte glauben Sie mir, wenn ich sage, daß ich mein Feuer unzählige Male eingestellt habe, wohl wissend, daß die Terroristen entkommen, nur weil ich keine unschuldigen Menschen verletzen will. 
Ich habe keine Angst, diese Informationen zu schreiben, weil es bereits bekannt ist und von Hamas-Terroristen, die ihre Raketen von Schulen starten und sich in Krankenhäusern verstecken, genutzt wird. Sie kennen unsere menschliche Politik längst. Herr Ban-Ki Moon, wenn Sie mich wegen Kriegsverbrechen strafrechtlich verfolgen wollen, geben Sie sich keine Mühe. Ich werde alle meine Daten hier hinterlassen, allein um es ihnen bequem zu machen. [Die Mutter eines Soldaten fügt hinzu: Ich habe sie gelöscht und, Herr Ban-Ki Moon, wenn Sie diesen IDF Soldat verfolgen wollen, müssen Sie zuerst durch mich und jeden anderen Bürger Israels gehen!] 

 Die Hamas ist ein Problem, das auf eine Lösung durch die U.N. wartet. Ich, wie auch der Rest der Welt, bin durch den Verlust unschuldiger Leben in Gaza verletzt. Bin ich wirklich. Aber auch wenn dies so ist - unser Land kann nicht weiter mit der Bedrohung durch Raketen leben, die auf uns abgeschossen werden. Herr Ban-Ki Moon, vielleicht sollten die Vereinten Nationen, statt Israel angeblicher Kriegsverbrechen anzuklagen, sich mehr auf die Erfassung dieses schrecklichen Problems konzentrieren, damit nicht  noch mehr israelische Zivilisten, nicht noch mehr junge israelische Soldaten und noch mehr unschuldige Menschen in Gaza sterben müssen."

Hinweis: Hamas begrüßt die UN-Kommission, die Kriegsverbrechen während des Gaza-Kriegs untersuchen soll (ausschließlich Verbrechen von ISRAEL, Hamas wird nicht erwähnt).

Wir haben nichts gegen Juden

Nein, gegen Juden sind wir nicht. Das wäre nicht anständig.
Wir sind nur gegen Israel. Gegen die israelische Regierung, um genau zu sein. Aus Anstand.

Israel hat Gaza angegriffen, oder etwa nicht?  Israel greift an, war doch schon immer so.
Israel tötet halt schnell, jetzt 2000 Zivilisten, Frauen und vor allem Kinder. Ein Kriegsverbrechen! Vollkommen unverhältnismäßig. Sagt die UNO, sagt die UNWRA.
Mit so etwas wollen wir nichts zu tun haben! Wir würden nie... Mit denen kann man nicht... Denen muß man mal. Die armen Palästinenser.

Sieht man jeden Tag. Im Fernsehen. In der Zeitung. Das Radio bringt es. Deutschlandfunk! Alles ganz seriös.
Erst klauen die Israelis den Arabern das Land, dann sperren sie die Palästinenser ein, dann halten sie sie über all die Jahre arm und elend, dort im Freiluftgefängnis. 70 Jahre schon, das muß man sich mal vorstellen. Und die Araber, die Frieden wollen, werden noch mit Check Points gequält, werden enteignet. Sind ja auch total machtgeil - und arrogant, diese Juden, diese Herrenmenschen, diese Apartheid-Typen.

Warum sind sie überhaupt ins Land gekommen?! Historische Wurzeln? Daß ich nicht lache. Das ist ein Märchen, es tut auch nichts zur Sache.
Immer im Land gewesen? Das glaube ich nicht. Gehört doch alles den Palästinensern da.
Kein Wunder, dieser Terror. Irgendwie muß man sich ja wehren. Sich mal Luft machen.
Nein, nein, selber schuld, diese Juden, sie können sich schließlich nicht ewig auf dem Holocaust ausruhen.

Humanitäres Desaster

Die Menschen in Gaza sind wie eine ausgelieferte Herde. Egal, was sie denken - ihre Möglichkeiten, etwas zu tun und zu entscheiden, um das eigene Leben und Eigentum zu schützen, sind begrenzt.
Hamas benutzt jeden, um gegen Israel zu kämpfen, sogar die UN.

Hamas ist Verursacher der Situation. Das Volk, das die Hamas ja einst wählte - ist heute auch Opfer der Hamas.
In diesem Punkt geht es ihnen ein wenig wie den Menschen in Israel.
Alle sollen in Angst leben. Und mit Verlusten.

Ägypten hat die Grenzen nach Gaza schon lange dicht gemacht (und erst jetzt der Öffnung von Rafah ausschließlich während Waffenstillstands-Stunden zugestimmt).
Israel nicht. Es versuchte immer in Waffenstillstandsstunden, den Menschen in Gaza zu helfen. Mit Nahrung, Medikamenten, Blutkonserven, Generatoren, Wasser, Kleidung, Diesel. Mit Ärzten. Jeden Tag.
Sogar, wenn kein Waffenstillstand ist. (Zahlen gibt beispielsweise Cogat heraus.)
Gestern jedoch wurde der Grenzübergang Kerem Schalom durch die Hamas mehrfach beschossen. Deshalb hat Israel ihn am Ende geschlossen (obgleich diese Schließung das Ziel der Hamas war). Israel muß die israelischen und palästinensischen Arbeiter am Übergang schützen.

Heute Mittag öffnete Israel Kerem Schalom erneut für Lieferungen Richtung Gaza.
Israel läßt die Bewohner von Gaza nicht im Stich.






Sonntag, 10. August 2014

Was die Hamas will

Hamas ist Terror.
Hamas kämpft nicht gegen das Ende einer Besatzung (Gaza ist seit 2005 nicht besetzt).
Hamas kämpft nicht für ein freies Land (Hamas ist eine Diktatur).
Hamas kämpft nicht für Sicherheit (es provoziert Konflikte, benutzt Zivilisten und zivile Strukturen und Gebäude, um sich zu verstecken).
Hamas kämpft nicht für Rechte (sie regiert ohne Gesetz).

Hamas hält die Opfer - die es selbst will, arrangiert, mit Waffengewalt erzwingt - in die Kamera: Seht, wie Israel uns mordet! 
Die Welt soll die Opfer sehen, darum kann Hamas ohne blutige Opfer nicht leben. Hamas säuft Blut und lebt vom Blut.

Ziel von Hamas ist kein urbanes, modernes, neugieriges Leben. Nicht Freiheit. Nicht Frieden. Nicht Bildung. Nicht Wohlstand. Nicht Verständigung. Nicht Koexistenz. Nichts davon.

Nur eines will die HAMAS, die einst mit 70 % der Wählerstimmen an die Macht kam, um sich dann (gegen Fatah) in die Diktatur zu putschen: Ein Land, JUDENFREI. Nahost judenfrei. Welt judenfrei.
Null Israel - 100 Prozent Hamas. Das bedeutet Free Palestine.

Dagegen kann nicht Israel gewinnen. Gegen Hamas muß die Welt kämpfen.



Flug über Feuer


Bis zum Mittag des Tages, an dem wir abfliegen, feuern Terroristen 61 Raketen auf Zivilisten in Israel ab. 13 dieser Raketen treffen jedoch Ziele in Gaza, Zivilisten in Gaza. 

Am Tag zuvor war der Flugbetrieb am Ben-Gurion-Airport wegen Raketenbeschuß durch die Hamas fast eine Stunde gesperrt...


Wir fliegen bei Sonnenuntergang, hinein in die Nacht. Um Israel liegt das Licht von oben wie ein Regenbogen.
 Über dem Regenbogen leuchten Sterne. Unten liegt das gefährdete Land.
 Als wir über Europa hinweg fliegen, begleitet uns eine langgezogene Gewitterfront. Es blitzt neben uns gewaltig auf, wieder und wieder, wie von riesigem Geschützfeuer.

Als wir aber im Landeanflug sind, begrüßt uns Vollmond in klarer Nacht. Und drei Feuerwerke feuern - friedlich, hier auf der Erde.
- Was davon wird Israels - und Gazas - und unsere - Zukunft sein?



Welch ein Volk

Wir waren da, wir waren dabei.

Wir waren bei der Beerdigung des jungen Offiziers auf dem Herzls-Berg, wir waren bei den Grenzschützern unter Hisbollah-Beobachtung, bei den erschütterten maronitischen Christen von Jisch, bei den trauernden Eltern in Nahariya, wir waren bei den traumatisierten Kindern im Kibbutz, bei Noam, dem im Kampf verletzten Soldaten in Beersheba, bei den Alten von Eshkol, bei den Arbeitern von Magen, den Frauen vom Iron Dom, in den Bunkern des Moshafs. Wir waren mit Naftalis Vater...

Wir haben viele, viele Menschen erlebt, gehört, gefragt, verstanden.

Wir wissen jetzt, wie sehr die Israelis leiden. Was sie bereit sind zu ertragen.
Wir trafen starke, offene, freundliche, nachdenkliche Menschen mit einem überwältigenden Willen zu überleben. Und mit einem fast noch größeren Willen, sich nicht dem Haß zu ergeben.

Ein Volk in existentieller Bedrohung, das sich weigert zu hassen.
Ein Volk im aufgezwungenen Krieg, entschlossen, auch seinen Feinden Zukunft, Wohlstand und Frieden zu ermöglichen.
Ein Volk, das die Kranken seiner Feinde in seinen eigenen Kliniken behandelt, operiert, rettet.
Ein Volk, das tiefes Mitleid hat mit jedem Verwundeten, auch dem verwundeten Feind im Feld.

Es ist das friedlichste Volk überhaupt. Kein anderes Volk dieser Erde hat wohl eine solche Bewährungsprobe mit solcher Stärke bestanden.

Wichtiger als Rufmord



Der Sonntag ist in Israel normaler Werktag - der israelische Montag nach dem Shabbat, sozusagen.
Der Ministerpräsident wird heute mit seinem Sicherheitskabinett beraten, wie es weitergehen soll.

Heute Nacht und am Morgen explodierten in Eshkol, bei den alten Menschen, die wir letzten Donnerstag besuchten, bereits sechs Raketen.

Die Menschen aus den seit Wochen evakuierten Dörfern direkt an der Gaza-Grenze dürfen noch immer nicht in ihre Häuser zurückkehren.

Israel nimmt trotzdem an den Waffenstillstandsverhandlungen in Kairo nicht teil. Solange nicht, wie die Hamas täglich, nächtlich auf israelische Zivilisten schießt. "Keine Verhandlungen unter Feuer" heißt das.
Israel hat ja auch nichts zu erwarten. Bisher brach Hamas noch jeden Waffenstillstand.

Im Ausland sieht man das selbstverständlich anders.
In Santiago de Chile demonstrierten heute Tausende, damit ihre eigene chilenische Regierung alle diplomatischen Beziehungen zu Israel abbricht. Begründung: Israel verübe einen Genozid an den Palästinensern.

Tatsächlich, das hätte Israel tun können - einen Genozid verüben.
Genau das ist es, was viele Ausländer (und manche Israelis) -, die die Lage erleben, sagen: Macht die doch da endlich platt in Gaza! Ihr könnt das doch mit links! Diese unerträgliche Lage-  setzt eure Überlegenheit endlich ein!
Dann wäre es endlich, endlich vorbei. Dann wäre endlich Ruhe!

Genau das aber tut Israel nicht.
Hingegen nimmt es einen langwierigen, schwierigen Kampf auf sich: Terrorstrukturen und Terroristen präzise ausfindig machen und sie dann, inmitten der Zivilisten, hinter denen sie sich verschanzen, möglichst exakt treffen.
Kein Flächenbombardement, kein einfaches Draufhalten. Verschonung eines jeden Menschenlebens, das erkennbar unbeteiligt im möglichen Ziel steht.
Israel nimmt diese Arbeit und Mühe auf sich, wie es noch kein Staat, kein Volk, keine Armee vor ihm getan hat.
Und Israel läßt sich gefallen, daß die Welt (- gerade eben weil die Armee sorgfältig und langsam vorgeht -) das israelische Volk noch mehr als sonst schon bespuckt, bedroht, verdammt.

Das Leben auch der feindlichen Bevölkerung ist Israels Staat und Volk wichtiger als die ungeheure Last, die dadurch auf den eigenen Menschen, auf dem eigenen Land liegt. Und wichtiger als der Rufmord, der deshalb weltweit an Israelis begangen wird.

Israel feiert den Sonntag. Es feiert das Leben, indem es, ganz auf sich gestellt, Leben mit allen Kräften bewahrt.



Samstag, 9. August 2014

Jerusalem

Früher Morgen am Shabbat. Krieg. Ferien. Die Stadt ist leer. Die Erlöserkirche verschlossen. 
(Aber nicht, weil Krieg ist. Nicht wie bei dieser Kirche in Gaza!)

Keine Touristen. Läden zu. Die Einwohner bleiben unter sich.
Aber sie zeigen, was sie meinen: In Jerusalem, zu Füßen der Erlöserkirche.
Wie seit Jahrtausenden: Ein Junge trägt auf dem Kopf ein Brett mit Broten durch die Gassen.
Die Juden eilen zum Gebet. Ruhig, friedlich, gelassen, singend.
Schalom. Israel. Schalom...

Shabbat. Es ist für die Kinder.

Das Fest ist bereitet.
Die Kinder treffen ein, packen Koffer aus.
Es geht um die Kinder.
Die Kinder sind für die Großeltern da.
Eltern schützen ihre Kinder. Und fragen sich, was die Zukunft des Landes sein wird. Sein kann!?
Musik in Form und Wort gefaßt. Trinkgefäß und Schale: für alles, was wir brauchen. Und geben können.
Der Schrecken kriecht aus uralten Schachteln. Die Schachteln werden nie leer.
Was dem entgegensetzen??? ... Worte... die uns zu Menschen machen...
Die Kinder suchen Schutz. Brauchen ihn. Wollen ihn selbst geben. Lernen, was notwendig ist, schon jetzt.
Versuch, die Zivilisation zu feiern. Inmitten der Ausweglosigkeit. - Nicht zu verlieren, trotz alledem: Da kamen wir her. Da gehören wir hin.
Vollmond über Jerusalem. Stille über der Stadt. Noch.
Die Trauben, voll und reif, geschnitten zum Mahl. Direkt vom Haus hereingebracht. Die Trauben des Lebens. Acht Jahre Zeit oder zehn, bis zum Militär. Was wird dann sein? Frieden? ... Die Jahre gehen im Fluge vorbei...
Vater und Mutter sorgen, immer, für alle. Und hören jeden.
Israel ... heute.  Was kann der Vater tun, um seine Tochter zu schützen?

Ungehört

24 Stunden nach dem neuerlichen Bruch des Waffenstillstandes durch die Terroristen:
Zurück zur Routine.
Heute bis Mittag: Hamas hat mehr als 30 Raketen auf Südisrael abgefeuert. Das ist ja normal.
Mehr als 15.000 teils uniformierte Hamasleute gestern in Ammans Straßen und auch in Ramallah, sie rufen "Tod Israel". Nun, keiner Rede wert.

Aber ja, im Süden fühlen sich die Israelis in ihrer Angst übergangen. Das Versprechen des Staates, Sicherheit zu verschaffen, ist gebrochen. -
Die Hamas macht weiter.

Ungehört. Die Angst der Menschen in Israels Süden -.
Und in der Welt? - die Angst Israels.
In der Welt - die Angst der Christen in Nahost...

Sie sprechen! Alle. Aber sie werden nicht gehört.

So wie Rachel Frenkel nicht gehört wurde, als sie im UN-Menschenrechtsrat sprach. Sie sprach so eindringlich, sie sprach zu der Versammlung. Sie sprach ins Nichts.

So viel Unerhörtes.


Freitag, 8. August 2014

Das sind die deutschen Medien heute

Schlagzeilen heute Mittag in Deutschland

Israel greift Gazastreifen an
Israel setzt Verhandlungen aus
Konfrontation zwischen Israel und Hamas
Israels Militär greift erneut an
Tausende fliehen in Gaza aus Angst
Israel lehnt Verhandlungen zur Waffenruhe ab
Israel bricht Verhandlungen ab (Fokus)
Israel bricht Verhandlungen ab (Tagesspiegel)
Neue Runde im Gazakrieg
Israel schlägt zurück
Israel setzt Diplomatie aus

Nicht:

Hamas bricht Waffenruhe
Hamas unterläuft Verhandlungen
Hamas will weiter Krieg führen
Hamas sind Zivilisten egal
Hamas terrorisiert Israel erneut
Hamas schließt sich ISIS an


Izrak lehrt über Abraham

Izrak kommt zu uns und sagt:

Ich war nie ein guter Pfadfinder. Doch eines Tages fand ich mich völlig übermüdet am Ende des Green-Barret-Marchs wieder und wurde Teil der Golani-Elitebrigade. Wir standen da und der Oberkommendierende kam, um zu uns zu sprechen.
Und er sagte: Wir geben Euch zwei heilige Dinge in die Hand: In die Rechte das Gewehr. Und in die Linke: die Bibel. Benutzt das Gewehr nur, um das, was die Bibel lehrt, durchzusetzen! Aber benutzt es, denn die lebensfeindliche Gewalt soll das Leben nicht zerstören.

Was lehrt die Bibel? 
Schaut ins 1. Buch Mose. Es wird berichtet, daß die Menschengeschichte von Brudermord und barbarischen Göttern von nur einem einzigen Mann durchbrochen wurde: Abraham. Abraham, der nach Gottes Verheißung ein Segen für die Völker werden sollte.
Worin besteht der Segen, den Abrahams Kinder, die Juden, den Völkern bringen können? Jetzt, nachdem sie so lange, Jahrtausende in miserabler Lage waren?
Der Segen, den die Juden bringen, ist:
Abraham fordert Gott heraus und macht sichtbar, daß es diesem einzigen Gott (anders als allen anderen) nicht um Macht und Befehlsgewalt geht. Dieser Gott will nicht unterwerfen. Und er läßt mit sich handeln. Ihm gefällt es, wenn der Mensch eigenständig und aufrecht ist - auch seinem Gott gegenüber: Der Mensch muß nicht gehorchen.
Darum ist auch ein König in der Bibel nicht mehr wert als jeder andere. Auch eines Königs Schuld wird geahndet.
Der Mensch soll also nur eines tun: Recht und Gerechtigkeit schaffen. Das ist es, was Gott fordert.
Also bringen die Juden allen Menschen einen Gott der Freiheit, der Gleichheit und der Menschenwürde, einen Gott, dem konkretes Recht und durchgesetzte Gerechtigkeit im Land wichtiger sind als alles andere.
Der Gott der Juden will, daß die Menschen leben, gut leben - und nur das!
Das ist, was Abraham begriffen hat, was er etabliert hat, was wir Juden allen Völkern gebracht haben - und was wir heute in unserem Land, in Israel, erneut zu realisieren versuchen.

Izrak sagt: Und als der Kommandierende gesprochen hatte, begriff ich plötzlich, warum ich in diesem Land bin, warum ich hier als Soldat diene.
Mein Vater war amerikanischer Soldat. Mein Großvater war russischer Soldat. Ich bin israelischer Soldat.  Ein Privileg! Ich darf für das Volk kämpfen, das den Segen bringt: Leben und Gerechtigkeit für alle.

Naftalis Vater

Raketen jagen seit dem Morgen Menschen in den Bunker. Und die Klinik in Beersheba, die wir vorgestern besuchten, hat heute wieder viel zu tun: Verletzte werden eingeliefert, auch aus dem Ort, in dem wir gestern waren, darunter ein 72 jähriger Mann.

Zu uns nach Jerusalem aber kommt Naftalis Vater, 48 Jahre alt. Er spricht über seinen Sohn.




Ein Sohn. Sieben Kinder haben sie. Sechs sind noch bei ihnen.
Naftali Frenkel war knapp 17 Jahre alt, als er von Menschen, die einfach Juden töten wollten, erschossen wurde. Mit ihm zwei Schulkameraden. Den Mördern war Naftali völlig egal: es ging nur darum, Juden zu töten.
Die Hamas ist nicht die einzige Organisation, die das Töten von Juden zum Ziel hat. Sie alle wollen keinen Frieden mit Israel. Sie wollen keine Verträge, keine Kompromisse, kein Verständnis füreinander. Sie wollen einfach nur, daß die Juden verschwinden. Hier in Israel. und überall auf der Welt.


 Naftali war gut in der Schule, spielte Gitarre, stritt sich mit den Geschwistern, spielte Basketball. Er war fröhlich, arglos, eifrig.
Naftalis Großvater wurde 1929 in München geboren. Eine Woche, ehe der Enkel ermordet wurde, feierte die ganze Familie den 85. Geburtstag des Großvaters und Thomas-Mann-Liebhabers und gleich auch den 80. Geburtstag der Großmutter. Alle waren beieinander.
Die eine Familienseite hat deutsche, die andere holländische Wurzeln.
 Naftalis Vater meint, daß es nicht einfach ist, als Jude deutsche Wurzeln zu haben. Wichtig aber war ihm und allen hier 1989 der Fall der Mauer.
 Wir lieben das Leben, sagt Naftalis Vater. Das ist eigentlich der ganze Unterschied zu unseren Feinden.

Als die Mütter der Mörder gefragt wurden, was sie zu allem sagen, antworteten sie: Wir wissen nicht, ob es unsere Söhne waren. Aber wenn sie es waren, sind wir stolz auf sie. Sie haben getan, wofür wir sie erzogen haben.
Unsere jüdische Erziehung aber ist: Wir wollen, daß jeder leben kann, hier und überall. Jeder soll bleiben können, was er ist, niemand soll seine Identität aufgeben müssen. Laßt uns unterschiedlich sein - und gemeinsam für das Leben!
Wir wollen keine Rache. Mehr als 99% aller Israelis wollen keine Rache. Als der arabische Junge getötet wurde, waren alle entsetzt. Der Junge ist genauso Opfer wie unsere Söhne. Deshalb wollten wir seine Eltern treffen, auf neutralem Boden, damit sie es nicht mißverstehen. Aber sie wollten sich nicht mit uns treffen, nirgendwo. 
Verstehen Sie? Israelis hassen nicht. Niemanden. Wir bekämpfen den Terror, aber wir hassen nicht.

... Gibt es einen Sinn im Tod meines Jungen und seiner Freunde? Ja. Hätte man sie nicht erschossen, wäre Israel nicht in Gaza einmarschiert. Nur weil Israel einmarschiert ist, hat man die Pläne und Instrumente für einen Mega-Anschlag auf Juden entdecken und vernichten können: die Terrortunnel. Hätte man dies nicht rechtzeitig verhindert, wären in wenigen Wochen hier Tausende Israelis gestorben. 

Naftalis Vater spricht für seinen Sohn. Er spricht vor Deutschen! Die Verbindung ist da, als zum Abschied alle gemeinsam singen: Das Volk Israel soll leben...!

Raketen auf Eshkol

Soeben schießt die Hamas Raketen auf Eshkol. Auf das Altenzentrum, in dem wir gestern zu Mittag aßen. Sie schießen heute auf Rachel und auf Bakanah. Sie schießen auf Zivilisten. Zivilisten rennen, humpeln jetzt in Bunker, sitzen in Bunkern, wie seit sieben Jahren schon. Zivilisten machen Tee und bereiten sich auf Klausuren vor, Zivilisten arbeiten trotz der Raketen im Gewächshaus und auf der Babystation. Zivilisten sind krank, gesund, verliebt, einsam, voller Sehnsucht, Sorge und Lächeln.
Zivilisten sind unsere Freunde.
Es sind die Schutzlosen.
Hamas schießt seit 2007 auf sie.
Sieben Jahre Angst.

Die Angst muß ein Ende haben.
Hamas hat heute den Waffenstillstand gebrochen und unsere Freunde getroffen.
Freunden soll man beistehen. Und denen helfen, die unsere Freunde beschützen.

Worum aber sorgt man sich in Deutschland? Weniger um mörderischen Terrorismus. Weniger auch um Zivilisten in Israel oder Gaza. Einzig und allein sorgt man sich in Deutschland um "die harte Reaktion Israels".

Anders in Israel: Fast alle Israelis, egal wer und was sie sonst sind, wollen, daß es ein Ende hat. Ein Ende mit dem unermüdlichen, unersättlichen  Terror.
Denn es ist ein Terror, der nur Vernichtung kennt: Die Vernichtung Israels als Staat und Volk. Die Vernichtung aller Andersdenkenden im eigenen Volk und überall auf der Welt.

Hamas, Hisbollah, Isis, Al-Quaida. Boko-Haram: sie sind eine Familie. Sie löschen alles aus, was anders ist als sie: Juden, Christen, Säkulare. Auslöschung ist das Ziel.

Es muß ein Ende haben, sagen die Israelis. Jetzt.